
Feuersalamander im Biotop
Ich muss mal ein wenig Leser-Dienst betreiben: In den letzten Monaten kamen immer wieder Besucher hierher über Suchbegriffe wie: Feuersalamander, Salamander, Haltung, Terrarium, Terrarien, Einrichtung (und damit habe ich auch gleich die keywords für Google untergebracht). Leider blieb das für diese Besucher bisher ergebnislos. Das möchte ich hiermit ändern.
Vorbemerkung: Feuersalamander stehen wie alle anderen europäischen Amphibien und Reptilien unter Naturschutz und dürfen nur gehalten werden, wenn sie aus einer registrierten Nachzucht stammen.
- Beckengröße
- Aufbau
- Aufstellung
- Beleuchtung und sonstige Technik
- Bodengrund
- Einrichtung
- Pflanzen
- Wasser
Beckengröße
Wie naturgetreu muss eine Terrarieneinrichtung sein? In der Natur sitzen Feuersalamander tagsüber in ihren kleinen Verstecken, haben also nur wenig Platzbedarf. Nachts, in der Dämmerung oder nach Regen sind sie aber unterwegs und können dabei Aktionsradien von mehreren Metern haben. Ein so großes Terrarium zu bauen ist (von Freilandterrarien abgesehen) nicht möglich und glücklicherweise auch gar nicht nötig. Warum kriechen Salamander in der Natur umher? Sie können auf Futtersuche sein, männliche Tiere können nach Weibchen Ausschau halten, Weibchen können zum Laichgewässer unterwegs sein. Durch Fütterung, Vergesellschaftung und ein Wasserbecken nimmt man den Tieren all diese Wandergründe ab, weshalb auch realisierbare kleinere Beckengrößen verwendet werden können. Eine brauchbare Grundfläche für ein Feuersalamander-Becken ist 40×80 cm. Darin kann man problemlos 4 erwachsene Tiere halten. Viel kleiner sollte das Terrarium nicht sein. Für Jungtiere sind allerdings kleinere Becken oder auch nur Plastik-Aufzuchtboxen zu empfehlen. Die Höhe des Beckens ist mit etwa 40 cm ausreichend.
Aufbau des Terrariums
Es ist sinnvoll, das Becken so zu bauen (oder auszuwählen), dass es über die Frontscheibe zu öffnen ist. Wenn mehrere Becken in Regalen übereinander aufgestellt werden sollen, ist das ohnehin die einzige brauchbare Lösung. Das seitliche Öffnen beunruhigt die Tiere auch weniger, als wenn jedes Mal oben etwas entfernt wird. Lüftungsöffnungen sollte man – anders als bei Reptilienbecken – nur an der Oberseite anbringen. Damit vermeidet man einen Luftzug durch das Becken, was einer zu schnellen Austrocknung vorbeugt. Zu große Lüftungsöffnungen auf der Oberseite führen allerdings ebenfalls zum Austrocknen, zu kleine können wiederum bei hohen Außentemperaturen eine zu hohe Feuchtigkeit erzeugen. In diesem Fall kann Schimmelbildung die Folge sein. Bei mir haben sich mit Gaze bespannte Öffnungen von 12 cm Kantenlänge (kurze Dreiecksseiten) bewährt, was aber bei anderen Umgebungen und anderen Aufstellorten möglicherweise anders umgesetzt werden muss. Ein mir bekannter Züchter verwendet 3-4 cm breite Gazestreifen über die gesamte Terrarienlänge hinweg.

Bild 17: eingeklebte Gaze
Aufstellung des Terrariums
Feuersalamander (und auch fast alle anderen Schwanzlurcharten) gehören nicht ins Wohnzimmer oder in sonstige beheizte Räume! Der kühlste Raum einer Wohnung ist der beste. Nach Möglichkeit sollte dieser auf der Nord- oder Westseite des Hauses sein. Direkte Sonneneinstrahlung ist ungünstig. Überlegenswert ist, solche Tiere gar nicht in Wohnungen, sondern im Keller zu halten. Wichtig für die Bewertung von Aufstellplätzen sind immer die höchsten auftretenden Sommertemperaturen. Wer keine halbwegs kühlen Temperaturen gewährleisten kann, sollte besser über die Haltung anderer Tiere nachdenken.
Beleuchtung und sonstige Technik
Eine Beleuchtung ist eigentlich nicht erforderlich, da Feuersalamander die helle Zeit des Tages normalerweise ohnehin in ihren dunklen Verstecken verbringen. Beleuchtung hat nur Sinn, wenn Pflanzen mit im Becken sind. Allerdings benötigen Salamander auch keine Pflanzen (Ausnahme bei Verwendung von Moospolstern als Bodengrund). In der Natur konnte ich bisher beobachten, dass Salamander pflanzenbewachsene Stellen eher meiden und dafür Stellen bevorzugen, von denen sie einen besseren Blick in die Umgebung haben.
Offensichtlich ist das für die Tiere günstig bei der Suche nach Futter und nach Weibchen. Wer doch Pflanzen einsetzen möchte, sollte bedenken, dass die Salamander gern im Bodengrund wühlen, was durch ein sich ausbreitendes Wurzelgeflecht irgendwann behindert wird. Wenn man die Pflanzen im Topf einsetzt, wird man die Salamander wahrscheinlich bald eingegraben in diesen Blumentöpfen wiederfinden.
Die Frage nach der Beleuchtung entsteht natürlich auch aus ästhetischen Gründen: Ein beleuchtetes Becken sieht einfach besser aus. Dagegen spricht allerdings, dass Salamander – wie bereits erwähnt – aus Temperaturgründen nicht in Wohnräume gehören, wo dekorative Dinge einen Sinn ergeben. Insofern sind ästhetische Überlegungen eher nebensächlich. Für eine Beleuchtung spricht allerdings, dass man damit Verschmutzungen oder Futterreste schneller erkennt und allgemein eine bessere Kontrolle über den Zustand der Tiere bekommt.
Falls beleuchtet werden soll, empfehlen sich Lichtquellen mit geringer Wärmeentwicklung. Üblicherweise wird man Leuchtstofflampen einsetzen. Speziallampen mit erhöhtem UV-Anteil sind hierbei unsinnig, da das UV-Licht durch das Glas der Deckscheibe ohnehin gleich wieder ausgefiltert werden würde. Ich verwende momentan eine schwache Beckenbeleuchtung mit LEDs. Diese beleuchtet nur einen Teil der Fläche, es bleiben also einige Bereiche des Terrariums dunkel. Das entspricht einigermaßen der Situation in einem Laubwald und sieht wesentlich besser aus als die vorher eingesetzte, alles komplett ausleuchtende Leuchtstofflampe. Da ich die Salamander nun auch öfter tagsüber sehe, scheint ihnen das offensichtlich entgegenzukommen.
Die Beleuchtungsdauer sollte nicht zu lange sein. Sollen mit dem Licht nur Moospolster am Leben gehalten werden, reichen bereits 4 Stunden täglich. Auf keinen Fall sollten die dämmerungsaktiven Salamander bis in die Abendstunden hinein beleuchtet werden!
Sonstige Technik ist in einem Salamanderbecken überflüssig. Eine Heizung verbietet sich grundsätzlich (wie auch bei fast allen anderen Schwanzlurchen). Fall ein größerer Wasserteil eingebaut wird, ist auch eine Pumpe überflüssig. Technik zur automatischen Besprühung oder Benebelung ist ebenfalls übertrieben – eine täglich eingesetzte Sprühflasche ist billiger und ermöglicht eine angepasste Dosierung.
Fazit: Salamander sind die idealen Tiere für Stromsparer!
Bodengrund
Salamander müssen die Möglichkeit erhalten, auch trockene Bereiche im Terrarium aufsuchen zu können. Falsch wäre ein durchgängig nasser Bodengrund. Als Bodensubstrat kommen verschiedene Dinge in Frage. Zunächst könnte (ungedüngte!) Erde verwendet werden. Da Feuersalamander aber gern graben, ist ein lockeres Substrat günstiger, weshalb man eher Laubwalderde verwenden sollte. Günstig ist auch die Verwendung von Lehm – in diesem können die Tiere zwar nicht graben, aber darin wird Feuchtigkeit gut gespeichert. Nach verschiedenen Versuchen bin ich momentan zu folgender Variante gekommen: Ein Bereich des Beckens ist mit Lehm ausgefüllt, wo sich auch das Wasserbecken befindet. In dem anderen Teil befindet sich ein Gemisch aus Holzmulm und Laubwalderde.
In einem anderen Becken (z.Z. mit jungen Molchen besetzt) verwende ich nur Holzmulm. Bei der Besorgung solchen Substrates sollte man übrigens an den Naturschutz denken und nicht im Wald den ersten besten Baumstubben auseinander nehmen! Auf dem glattgedrückten Lehm kann man die Salamander gut füttern, da sich Futtertiere hier nicht so schnell verkriechen können. Es ist zu beobachten, dass der (bei mir deutlich feuchter gehaltene) Lehmteil nachts gern aufgesucht wird.
Das Bodensubstrat muss mäßig feucht sein. Sinnvoll ist, das Becken nur von einem Teil aus zu befeuchten. So ergeben sich unterschiedliche Feuchtigkeitsstufen und die Tiere können sich den Bereich heraussuchen, der ihnen am angenehmsten ist. Es ist dabei durchaus in Ordnung, wenn ein Abschnitt des Terrarienbodens fast schon richtig trocken ist.
Ala Bodensubstrat auch gut verwendbar sind Polster aus Weißmoos, allerdings sollte man sich auch hier über Naturschutz-Aspekte informieren. Einerseits ist das Sammeln dieser Moospolster in Deutschland anscheinend verboten (?), andererseits wird es in der Floristik in großem Maß zu Dekorationszwecken eingesetzt. Da ich es selbst nicht einsetze, habe ich mich mit dem Thema nicht weiter befasst und kann die Bezugsmöglichkeiten hier nicht eindeutig erläutern – andererseits habe ich bereits Terrarien gesehen, die auf einer Schicht aus Lehm ausschließlich mit Polstern aus Weißmoos ausgelegt wurden. Die Lücken zwischen den Moospolstern ergeben für die Salamander ideale Höhlen.
Einrichtung
Grundsätzlich sollte man bedenken, dass sich kein Terrarientier für schön dekorierte Einrichtungen interessiert! Da die Tiere in unserem Terrarium mit gewissen Einschränkungen gegenüber dem Leben in der Natur auskommen müssen, sollten wir unsere Pfleglinge nicht noch durch unsinnige Dekorationsmittel behindern. Alle Einrichtungen sollten zunächst dem Tier einen Nutzen bieten und sich der Funktion unterordnen. In der Natur fühlen Feuersalamander sich gelegentlich durchaus schon einmal inmitten alter Keramikteile oder unter Dachpappe wohl (was nun wiederum nicht bedeuten soll, ein Terrarium damit auszulegen). Ein Terrarium sollte nicht mit zu vielen Gegenständen zugebaut werden, da die Tiere ansonsten keine Pfade zum Laufen mehr finden. Außerdem erhöht sich mit der Zahl der eingesetzten Gegenstände auch die Zahl der Stellen, in denen Futterreste, Exkremente o.ä. unbeachtet zu Fäulnis führen können. Ein komplett nachgebildeter Laubwald wird zwar schön aussehen, aber dem Tier kaum einen wirklichen Nutzen bringen. Durch den erhöhten Kontroll- und Pflegeaufwand solcher Terrarien wird man die Tiere möglicherweisen mehr stören, als wenn man sie in einem minimal* eingerichteten hygienischen Becken pflegt. Hier ein Beispiel für eine in der Hinsicht übertriebene Beckeneinrichtung.
(* Beispiel: Der Bodengrund besteht ausschließlich aus einer dicken Schaumpolystyrolplatte, die die Fläche zu etwa 80% bedeckt. Der frei bleibende Teil wird das Wasserbecken. Auf die Schaumstoffplatte kommen Rinde, Wurzeln und ggf. Moospolster. Das sieht zwar wenig dekorativ aus, den Tieren ist das aber egal.)
Einrichtungsgegenstände für Terrarien von Feuersalamandern und anderen landlebenden Schwanzlurchen sind Wurzeln und Rindenstücke. Steine verwende ich nicht mehr, da diese immer die Gefahr bergen, beim Hochheben versehentlich auf ein Tier fallen zu können. Das kann zwar auch mit Rinden- oder Wurzelstücken geschehen, aber die Verletzungsgefahr für die Tiere ist durch das geringere Gewicht so deutlich geringer. Steine sind auch eine Gefahrenquelle für Beschädigungen an den Scheiben (z.B. bei Reinigungsarbeiten). Wenn Steine verwendet werden sollen, dann hätten auch nur flache einen Sinn, um mit ihnen Versteckplätze oder eine „Salamandertreppe“ zu gestalten. Große Steine verschwenden dagegen nur Volumen im Becken und erhöhen dessen Gewicht. Eine Salamandertreppe wurde oft in älteren Terraristikbüchern beschrieben: Sie besteht aus mehreren übereinanderliegenden flachen Steinplatten (man kann auch Schieferplatten oder Tonscheiben einsetzen). Diese werden so übereinandergestapelt, dass die Salamander (oder Molche) sich zwischen ihnen verstecken können. Da die Feuchtigkeit von unten nach oben abnimmt, kann sich jedes Tier seine individuell angenehmste Feuchtigkeitsstufe suchen. Nach einigen Jahren damit verbundener Experimente bin ich aber davon abgekommen, da solche „Bastelarbeiten“ in Terrarien auch Nachteile haben. U.a. könnte es passieren, dass etwas in der Konstruktion verrutscht und der komplette Stapel die Tiere unter sich begräbt.
Eine Rückwand ist meines Erachtens überflüssig, allerdings ist das eher eine Geschmacksfrage. Feuersalamander klettern in der Natur durchaus gern in geringe Höhen, allerdings sind Wurzeln und Äste m.E. dafür besser geeignet als eine Rückwand.
Pflanzen
Wie bereits im Abschnitt “Beleuchtung …” beschrieben, benötigen Feuersalamander keine Pflanzen.
Wasser
Feuersalamander können durchaus komplett ohne Wasserbecken gehalten werden, solange die Feuchtigkeit im Becken ausreichend ist. Allerdings kann man bei einem vorhandenen Wasserbecken immer wieder beobachten, dass sich die Tiere gelegentlich gern darin aufhalten. Insofern scheint es besser zu sein, den Tieren ein solches mit anzubieten. Werden trächtige Weibchen* gehalten, dann ist ein Wasserbecken zwingend erforderlich. Der Wasserstand sollte etwas mehr als Körperhöhe haben. Da die Tiere gern im Wasser ihre Exkremente absetzen, sollte das Wasser entsprechend häufig gewechselt werden.
(*außer bei Unterarten, die landlebende Jungtiere gebären also „vollmolchgebärend“ sind. Hauptsächlich betrifft das Salamandra s. bernardezi, teilw. S. s. alfredschmidti und einzelne Populationen anderer Unterarten.)
Wasser wird selbstverständlich für die Larvenaufzucht benötigt. Dafür muss aber ein extra Becken verwendet werden, was komplett ohne jegliche Einrichtung auskommt. Bodengrund, Wasserpflanzen, Beleuchtung und Filter sind nicht erforderlich. Ein dunkler Aufstellort ist günstig. Ein eingeklemmtes Stück Schaumpolystyrol oder ein flacher Stein können später während der Metamorphose als Ausstiegshilfe dienen.










MOIN moin,
in meinem Kellerabgang, dort im Wasserabfluss sehe ich seit öfter Feuersalamanderund auch Kröten.
Die Kröten bringe ich immer zu einer Wasserstelle, ca. 100m entfernt. Dort scheinen sie sich wohl zu fühlen.
Bei den Salamandern bin ich nicht sicher, die Treppen kommen sie nicht hoch und in den Abfluss können auch alle “Mögliche” Flüssigkeiten einlaufen.
heute war ein richtig junger dort, einige sind 9 bis 11 cm gross, einer oder zwei sind fast 20 cm, die brauchen sehr bis sie durch das Abflussgitter kommen. Mische ich mich ein,oder kümmer ich mich nicht drumm?
Naja, es wäre schon “nett” gegenüber den Tieren, wenn Du sie wenigstens wieder hoch zum Eingang bringst. Wenn die Salamander aus ihrem Biotop bis zu Deinem Haus gekommen sind, werden sie dann auch wieder dorthin zurück finden. Aber damit sie nicht gleich wieder in den Keller wandern (für die Tiere wirkt das sicher wie eine Höhle, welche sie in der Natur gern besiedeln würden) kannst Du sie natürlich auch dahin zurück bringen. Irgendwo muss es bei Dir in der Nähe ein Waldgebiet mit einem kleinen Bach geben. Von dort kommen sie höchstwahrscheinlich.
Hi, ich wohne im “Wald” . Einen kleinen Bach gibt es, im Sommer aber recht wenig Wasser. Meinst Du ich sollte sie einfach in die Nähe des Baches bringen. Vor Menschen sind sie auf dem ersten Stück sicher, da es fast nicht erreichbar ist.
Im Keller und dem Abfluss ist es bestimmt so wie eine Höhle, aber gerade heute hab ich meine Frau gerade noch abhalten können einen Eimer mit Putzwasser in einen oberen Abfluss zu giessen.
Die Tiere sind toll, ich hab schon viele Fotos gemacht.
Ist es sicher, dass sie sich im Wald, am Bach wohlfühlen?
Ich würde dann alle die ich sehe dort hin bringen…..
Ob sie daher kommen weiss ich nicht.
Irgendwoher müssen sie ja gekommen sein und ich behaupte mal, dass sie sich dort bestimmt wohl fühlen. Ich habe hier auch gerade ein paar “Salami”-Fotos eingestellt (siehe heutiger Artikel)