Seit einigen Tagen liegt die Abstimmungsbenachrichtigung zum Bürgerentscheid „Krankenhäuser Dresden-Friedrichstadt und Dresden-Neustadt“ bei mir auf dem Tisch. Ich habe immer noch keine Meinung dazu, aber der Bürgerentscheid ist bereits am 29.1.: „Sind Sie dafür, dass die Krankenhäuser Dresden-Friedrichstadt und Dresden-Neustadt Eigenbetriebe der Stadt Dresden bleiben?“ Wie soll man am sinnvollsten abstimmen?
Die Befürworter weisen darauf hin: „Egal wie Sie sich entscheiden, nehmen Sie aber auf jeden Fall am Bürgerentscheid teil. Nur bei einer hohen Beteiligung kann eine rechtlich verbindliche Entscheidung für die Krankenhäuser fallen.“ Mindestens 25 Prozent aller Wahlberechtigten müssen für „Ja“ beziehungsweise für „Nein“ votieren. Allerdings ist mir nicht klar, warum man dann auch als Unentschlossener abstimmen sollte, denn falls dieses Quorum nicht erreicht wird, dann entscheidet der Stadtrat. Und dort zeichnet sich eine Mehrheit gegen den Verbleib als Eigenbetrieb ab. Eine Entscheidung fällt also in jedem Fall.
Rechtzeitig vor dem Bürgerentscheid sollte – genau wie damals bei der Abstimmung zur Waldschlösschenbrücke – auch eine Infobroschüre mit den Argumenten von Befürwortern und Gegnern an die Haushalte versandt werden. Zusammen mit den Wahlunterlagen kamen diese Informationen auch. Allerdings in etwas dürftiger Form auf jeweils nur einer A4-Seite. Diese kann man auch online einsehen:
Argumente für Verbleib als städtischer Eigenbetrieb (mit „Ja“ stimmen)
Argumente für die Bildung einer gGmbH (mit „Nein“ stimmen)
Leider wird nur durch das Lesen dieser Seiten wohl kaum jemand zu einer fundierten Position gelangen, denn Detailfragen werden nicht geklärt. Als Bürger erinnert man sich möglicherweise daran, dass die Stadt schon früher den Verkauf dieser Krankenhäuser wollte, was immer an den Personalräten scheiterte. Die Dresdner Zeitung DNN hatte bereits im November 2011 eine Umfrage zu diesem Thema veranlasst. Das Ergebnis: 59 Prozent der Befragten waren gegen eine Privatisierung der Krankenhäuser, denn sie „sehen in der angestrebten Umwandlung einen ersten Schritt zur Privatisierung, die zu niedrigeren Gehältern für die Beschäftigten und zu einer schlechten Patientenversorgung führen könnte.“ Auch auf Facebook gab es eine Umfrage der DNN – dort fiel das Ergebnis noch drastischer aus: 293 Leute waren für den Verbleib als städtischer Eigenbetrieb, nur 49 dagegen. Solche Umfragen sollte man aber sehr skeptisch sehen: Wenn man als Befragter wahrscheinlich kaum Hintergrundwissen hat und stattdessen nur hört, dass die CDU und die FDP mal wieder etwas privatisieren wollen – da stimmt man ganz automatisch erst einmal spontan dagegen. Interessant ist aber, dass auch die Dresdner Grünen ein „Nein“ am 29.1. empfehlen. Vielleicht sind die einfachen Klischees hier doch nicht so angebracht?
Die Haltung der Grünen ist allerdings nicht identisch mit CDU/FDP und wird deshalb in einem Positionspapier genauer erläutert (keine Privatisierung, nur Zusammenlegung der Krankenhäuser mit vorläufigem Verbleib als eigenstädtisch, 2015 Neubeurteilung der Notwendigkeit einer Rechtsformänderung). Ihre aktuelle Haltung begründen sie mit einer „drastischen Verschlechterung der Lage“. Was das aber für eine Veränderung sein soll, wie drastisch sie ausfällt und was die Ursachen sind, bleibt unklar. (Ihre Begründung für ein empfohlenes „Nein“ beim BE kann man auf einer Internetseite nachlesen, Nachtrag 12.01.)
Verluste bei städtischen Eigenbetrieben
Worum geht es? Die beiden städtischen Krankenhäuser machen Verlust und sollen als Basis für eine Sanierung zu einer gemeinnützigen GmbH fusionieren. Aber wie hoch ist der kritisierte Verlust? In welchen Relationen muss man da denken?
Die Geldbeträge kann man einsehen in der Wirtschaftsplanung 2012 der Eigenbetriebe der Landeshauptstadt Dresden. Und dort relativiert sich das, da stehen die beiden Krankenhäuser im Vergleich gar nicht so schlecht da, denn Verlust wird ohnehin bei fast allen anderen städtischen Eigenbetrieben eingeplant (einen geringen Gewinn bringen lediglich die „IT- und Organisationsdienstleistungen“ und ausgerechnet das „Städtische Friedhofs- und Bestattungswesen“):
- Stadtentwässerung : Verlust 3.164.000 € (Aufwendung 80,3 Mio €, Ertrag 77,2 Mio €)
- Kindertageseinrichtungen: Verlust 5.484.000 € (Aufwendungen 231,6 Mio €, Ertrag 226,1 Mio €)
- Sportstätten- und Bäderbetrieb: Verlust 3.183.000 € (Aufwendungen 39,3 Mio €, Ertrag 36,1 Mio €)
- Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt -Städtisches Klinikum: Verlust 1.525.000 € (Aufwendungen 170,1 Mio €, Ertrag 168,6 Mio €)
- Städtisches Krankenhaus Dresden-Neustadt: Verlust 3.073.000 € (Aufwendungen 90, Mio €, Ertrag 87,6 Mio €)
Also scheint die Lage im Vergleich gar nicht so dramatisch zu sein, zumal der prozentuale Anteil bei Dresden-Friedrichstadt im Vergleich mit allen anderen Eigenbetrieben sogar am geringsten ist. Das Problem scheint auch eher bei Dresden-Neustadt zu liegen – zumindest, wenn man nur oberflächlich auf Zahlen achtet. Ist dieser Verlust so ein Problem? Da Dresden im letzten Jahr sogar 25,1 Millionen Euro Steuereinnahmen mehr erhielt als erwartet, dürften diese Beträge doch verschmerzbar sein?
Aber ist eine solche Argumentation andererseits eine seriöse Herangehensweise? Vielleicht spielen da noch andere Faktoren eine Rolle (z.B. bisherige und absehbare Tendenzen), weiterhin kann man sich nicht immer auf zu hohe Steuereinnahmen verlassen und nur weil woanders auch Verlust gemacht wird, heißt es nicht, dass man bei den Krankenhäusern nicht über Verbesserungsmöglichkeiten nachdenken darf.
Pro und Kontra
Die Befürworter des Bürgerentscheides befürchten, dass im Rahmen einer Privatisierung aus Tarifverträgen ausgestiegen und an Personalkosten gespart wird, dass nichtmedizinische Stellen an (schlechter bezahlende) Fremdanbieter ausgelagert werden, dass die Krankenhäuser kurzsichtigen Gewinninteressen und unkalkulierbaren Risiken des Marktes ausgeliefert werden. Es wird erwähnt, dass so das Risiko der Insolvenz möglich wird und – obwohl die Krankenhäuser zu 100% in städtischem Eigentum verbleiben sollen – könne man nicht ausschließen, dass sie später doch weiterverkauft werden.
Im Dresdner Stadtmagazin SAX wird das Problem ganz gut auf den Punkt gebracht: „Nun sollen die armen Dresdner entscheiden, ob sie die städtischen Krankenhäuser lieber wieder in der Gewinnzone sähen oder sich eher mit den Mitarbeitern solidarisieren wollen, die letztlich auch die Bedingungen eines Krankenhausaufenthalts sichern. Kann man sie nicht etwas Leichteres fragen?“ (SAX 01/12, online nicht verfügbar)
Die Gegner betonen, dass „der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes weiterhin gelten“ soll und „die Mitarbeiter (…) außerdem eine Beschäftigungsgarantie“ erhalten. Aber kann man sich auf solche Aussagen verlassen? Sollen die Tarifverträge möglicherweise nur die nächsten drei, vier Jahre weiterhin gelten? Derartige Bedenken klingen nachvollziehbar. Andererseits stimmt es aber nicht, wenn LINKE und SPD behaupten: „Der Sinn der GmbH-Bildung bestände darin, den Krankenhäusern uneingeschränkte privatwirtschaftliche Handlungsfreiheit zu gewähren. Durch keine Zusage könnte heute die Unternehmenspolitik der künftigen Geschäftsführung vorherbestimmt werden, bindende Festlegungen wären rechtlich gar nicht möglich.“
GmbH? gGmbH!
Denn das ist insofern nicht ganz richtig, weil keine GmbH gegründet werden soll, sondern eine gGmbH, also eine gemeinnützige GmbH. Das ist nicht dasselbe! Auch wenn diese Rechtsform noch nicht so lange existiert und etwas umstritten ist, kann man doch sagen: Eine gGmbH muss alle erwirtschafteten Gewinne wieder dem Unternehmen zuführen und darf sie nicht an Gesellschafter ausschütten. Es ist insofern (theoretisch) ausgeschlossen, dass Gewinne auf irgendwelchen Privatkonten verschwinden. Auch die Unternehmenspolitik wird durch diese bindende Festlegung durchaus etwas vorherbestimmt, denn Gewinnsucht ergibt für Gesellschafter so keinen Sinn. Allerdings kann man das auch anders sehen, wie meine kurze Diskussion mit Tilo Kießling (Die LINKE) auf Google+ zeigt. Ich finde trotzdem, dass die Rechtsform als gGmbH für die Krankenhäuser sogar gut sein könnte, denn als sie bis 2008 noch Gewinn machten (laut SAX 1 Mill/Jahr), nahm die Stadt diesen bekanntlich immer gern, um damit ihre anderen Finanzlöcher zu stopfen. Dieses Geld hätte aber dringend in die Investitionsrücklage fließen müssen (genau das kritisieren auch die GRÜNEN). Wenn die beiden Krankenhäuser nun aber eine gGmbH werden, dann dürfte die Stadt als Eigentümer doch auch keine Gewinne mehr abziehen können, falls mal wieder welche entstehen? Wäre der gGmbH-Status also in der Hinsicht nicht sogar positiv für die Krankenhäuser?
Wenn man bisher in den Krankenhäuser-Verwaltungen möglicherweise die Haltung hatte: „Gewinn machen? Wozu? Bleibt doch eh nicht bei uns!“ – dann wäre nach der Umwandlung vielleicht wieder eine Motivation vorhanden, wenn das Geld im Unternehmen bleiben muss.
Was die Ursachen für den Verlust in den letzten Jahren sind, wird leider auch nirgends richtig erklärt. In der SAX ist von der Umstellung auf ein neues Abrechnungssystem als Ursache die Rede. Wäre das nicht aber auch für eine gGmbH ein Problem geworden? Und wieso sollten die Verluste überhaupt durch die Änderung der Organisation verschwinden? Auf Facebook konnte man (während der DNN-Umfrage) dazu Kommentare lesen wie: „Die Änderung der Rechtsform kann eine Flexibilisierung der eingesetzten Ressourcen bedeuten. Aber ohne eine geeignete Geschäftsführung werden auch in Zukunft Personal und Sachmittel nicht nach dem tatsächlichen Bedarf eingesetzt und die Kosten für die beiden Häuser bleiben erhalten.“ „Wenn die beiden Krankenhäuser weiter als zwei selbstständige Eigenbetriebe vor sich hin wurschteln, dann ist ihr Ende als öffentliche Krankenhäuser absehbar. Eine lahmarschige Verwaltung und ein nicht minder reformunwillige Krankenhausführung in beiden Häuser hat diese Situation heraufbeschworen“ (das „lahmarschig“ stammt nicht von mir!).
Privatisierung?
Eigentlich geht es nicht um Privatisierung, denn beide Krankenhäuser sollen zu 100% in städtischem Eigentum verbleiben, geändert wird nur die Rechtsform. Gegner des Bürgerentscheiden sprechen daher auch von einer „Rechtsformumwandlung“. Die LINKE verwendet allerdings ausschließlich das Wort „Privatisierung“. Dass eine Privatisierung, bzw. eine GmbH falsch sei, erklärt auch die SPD. Sie gibt dazu einen Flyer heraus – leider ist dessen Inhalt aber auch wieder nur sehr allgemein, ohne Fakten. Einen interessanten Punkt findet man dort immerhin – den Hinweis auf die Initiative “Notruf 113”, die sich nach der Privatisierung der Kliniken Marburg und Gießen gebildet hat. In ihrem Blog schilderten Betroffene die entstandenen negativen Tendenzen nach der Privatisierung ihrer Kliniken. Leider ist aber auch dieser Verweis nicht ganz korrekt von der SPD, denn die Investoren dieser Kliniken haben die Rechtsform einer Aktiengesellschaft – insofern ist der Fall mit Dresden nicht vergleichbar.
SPD und LINKE verbreiten gemeinsam mit Personalräten und der Gewerkschaft ver.di den Aufruf „Ja! zu unseren Krankenhäusern“. Dort werden unter „Die Fakten“ zwar viele Aspekte aufgezählt, die gegen eine Privatisierung sprechen, allerdings wird auch nicht erklärt, wie die finanziellen Probleme bei einem Verbleib als städtischer Eigenbetrieb konkret gelöst werden sollen. Beispielsweise gibt man für das etwas schwammige „vorgeschlagene Modell“ an: „Es gibt keine Zuschüsse von Land oder Kommune.“ Gut so! Aber wie will man das realisieren? Keine Angabe. Oder: „Es gibt keine Ausgliederung nichtmedizinischer Dienste, d.h., dass auch das Personal in Küche, Wäscherei und Fahrdienst direkt beim Krankenhaus angestellt ist.“ Ich kann das zwar nicht belegen, da es mir nur einmal jemand erzählt hat, aber anscheinend wurde in den beiden Krankenhäusern ohnehin bereits viel Personal ausgegliedert, was nichtmedizinisch ist und nicht zur Pflege gehört. Dafür kann ich mich nicht verbürgen, es kann also falsch sein. Aber Herr Kießling hat es auch nicht dementiert, als ich es in unserer Diskussion erwähnte. Was soll dann so eine Aussage? Und in diesen „Fakten“ ist auch immer nur von einer „GmbH“ die Rede – nirgends taucht „gGmbH“ auf. Finde ich nicht korrekt. Aber ich will nicht aufgrund nur dieser drei Aspekte behaupten, alle vom „Bündnis für Krankenhäuser“ aufgezählten Dinge seien falsch. Man sollte sie lesen und selbst darüber nachdenken.
Die FDP bezeichnet die Haltung von SPD und LINKE als verantwortungslose Panikmache und die CDU ist sogar der Meinung, dieser Bürgerentscheid sei reine Geldverschwendung.
Wie sollte man nun abstimmen?
Wenn ich mir meinen Text bis hierher durchlese, tendiere ich anscheinend mehr zur gGmbH-Bildung. Warum sollten die beiden Krankenhäuser verwaltungstechnisch auch nicht zusammengelegt werden, wenn sie dadurch flexibler werden? Durch die Gemeinnützigkeit hätten die Einrichtungen möglicherweise immer noch einen besseren Status als die anderen Krankenhäuser. Und überhaupt: Andere Krankenhäuser! In denen funktioniert es doch auch, trotz „echter“ privater Leitung!
Aber andererseits erklärt auch niemand richtig plausibel, wieso zusätzlich zur (wahrscheinlich notwendigen) Zusammenlegung und Verwaltungsoptimierung auch noch die Änderung der Rechtsform nötig sein soll? Warum sollen Verbesserungen nicht durchaus auch mit der bisherigen Rechtsform möglich sein? Keine Ahnung! Ich weiß noch nicht, wie ich abstimmen werde. (Nachtrag 23.01.: Warum die Rechtsformänderung anscheinend unumgänglich ist, steht in meinem nächsten Artikel zu diesem Thema)
Ich frage mich ohnehin, ob so eine komplexe Entscheidung geeignet ist, per Bürgerentscheid gelöst zu werden? Fragen, wie man sich die Neumarktbebauung vorstellen kann oder ob man etwas für oder gegen eine weitere Brücke hat, kann man so durchaus entscheiden. Aber ein Thema, bei dem eigentlich betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen gefragt wäre? Wenn man als Bürger nicht mehrere Tage zur Recherche aufbringen kann, wird man das Thema letztlich oberflächlich entscheiden. Das ist aber nicht unbedingt die beste Lösung.
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Nachträge:
11.01.2012
Blog „Alternative Dresden News“: Bericht über die Diskussion gestern Abend im Gewerkschaftshaus
DNN: „Glaubensfragen – Dresdner Bürgerentscheid zu Krankenhäusern entzweit Parteien weiter“ (ebenfalls ein Bericht über diese Veranstaltung)
Wichtige Punkte daraus: Auch Michael Schmelich von den Grünen bezeichnete die Argumente von SPD und LINKE als „purer Demagogie“, Wettbewerbsverzerrungen gegenüber den anderen Krankenhäusern spielen auch eine Rolle, Peter Lames (SPD) erwähnte eine „Verfallsklausel“ für die Tarifbindung von drei Jahren, die beiden Krankenhäuser machen sich durch ihre getrennte Arbeit auch gegenseitig Konkurrenz, und ich stehe nicht allein mit meiner Meinung:
„Letztlich sei die Frage falsch und zu kompliziert für die Dresdner, fand Christoph Hille von der Bürgerfraktion. Für diejenigen, die nicht mitten im Thema steckten, würden viele Details „mehr verwirren, als dass sie Klarheit schaffen“, so Hille. Vielleicht nicht ganz zu Unrecht: „Hier steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor“, meinte eine Dresdnerin nach dem Ende der Veranstaltung. Sie dürfte nicht die einzige gewesen sein.“
12.01.2012:
Eine Diskussion zu diesem Thema ist im Blog von Stefanolix entstanden.
Von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Dresden gibt es nun auch eine Seite mit ihren Antworten auf einige der entstandenen Fragen.
Wer ein etwas zu billiges Argument sucht, um Leute zu einem „Nein!“ zu bewegen: Die NPD fordert, man solle mit „Ja!“ stimmen (ich setze den Link ungern, aber ohne ihn hätte die Erwähnung wenig Sinn). Interessant ist in dem Text die Passage: „Ein weiterer wichtiger Aspekt (für den Erhalt der Eigenbetriebe, Anm. von mir) ist die Kontrolle der städtischen Krankenhäuser durch die Stadträte. In den vergangenen Jahren gab es mehrmals Fälle, in denen der verantwortliche Bürgermeister seine Aufsichtspflicht vernachlässigt hat. Chefärzte die ihre Aufgabe nicht oder krankheitshalber nicht mehr gewachsen waren, wurden über längere Zeit unbehelligt gelassen.“ Darüber kann man auch schon wieder nachdenken: Daraus kann man schlussfolgern, mehr Kontrolle sei notwendig. Aber wieso durch einen verantwortlichen Bürgermeister? Wäre das nicht eher ein Argument für eine Privatisierung, und zwar eine sogar für eine richtige?
13.01.2012:
Sächsische Zeitung: „Bürgerentscheid zu Kliniken: Die Neinsager greifen an“
14.01.2012
DNN-Online: „Bürgerentscheid zu den Dresdner Krankenhäusern: Worum geht’s hier eigentlich?“ – die wichtigsten Fragen, so einfach wie möglich erklärt.
coloradio: Interviews (als ogg-vorbis-Audiodateien) mit Befürwortern und Gegnern (Jens Matthis (Die Linke), Steve Kühne (BI “Hände weg von unseren Krankenhäusern), Ulrike Hinz (Grünen-Fraktion), André Schindler(FDP) – angeblich wird diese Liste noch erweitert
Sächsische Zeitung, „Am Ende könnte es viele Verlierer geben“: „… Die Stadt, weil sie gezeigt hat, dass sie allein nicht in der Lage war, eine Lösung zu finden. Die Initiatoren des Entscheids, weil sie hier für ein Thema trommeln, ohne die Bürger jedoch so zu vorzubereiten, dass sie dem folgen könnten. Der Bürger, weil er das Gefühl hat, eine Entscheidung zu treffen in einer Sache, die vermutlich in Politikerhänden besser aufgehoben wäre. Verlierer wäre aber auch das gute, bewährte Instrument des Bürgerentscheids. Denn es wird durch ein solches Vorgehen entwertet.“